SORTEN
BERATER

unabhängig – wissenschaftlich fundiert – digital

Der digitale Sortenberater soll unseren Landwirten im Verbandsgebiet Hessen – Pfalz dabei helfen, die passenden Sorten für ihre spezifischen Anforderungen auszuwählen. Die umfangreichen Informationen rund um die Sortenwahl werden Ihnen über eine benutzerfreundliche und zielorientierte Oberfläche ermöglicht. Um dies zu erreichen, arbeiten wir eng mit unseren Landwirten zusammen.

VORTEILE

im Überblick

Ertrags-
stabilisierung

durch widerstandsfähige Sorten

Reduktion Pflanzenschutz-
mitteleinsatz

durch die Nutzung von Toleranz- und Resistenzeigenschaften

Größeres Sorten-
spektrum & genetische Vielfalt

durch auf die Standorte abgestimmte Sorten

Übertrag-
barkeit

auf andere Kulturen & Regionen

Unterstützung der Beratung

wichtig angesichts steigender Anforderungen bei gleichzeitiger Reduzierung von Beraterstellen!

Unterstützung der Landwirte

auf Ereignisse und Entwicklungen gezielt reagieren. Fehlallokationen meiden

Die Innovation des Vorhabens besteht hauptsächlich darin, gemeinsam mit Landwirten einen unabhängigen, wissenschaftlich-fundierten digitalen Sortenberater zu entwickeln, der auf die praktischen Bedürfnisse der Landwirte zugeschnitten ist.

Damit kann eine Vielzahl positiver Effekte erzielt werden.

OPTIMALE SORTE

für Ihren Befall

Am Anfang der Sortenwahl stellt sich die Frage, gibt es auf meinen Feldern eine Krankheit oder einen Schädling, der durch tolerante oder resistente Sorten kontrolliert werden kann?

Nematoden
Blattläuse
SBR & Schilfglas-flügelzikade
Blatt-krankheiten
Virus-
Krankheiten

FAQ's

kurz erklärt

Das Projekt SONAR wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri) gefördert und besteht aus Akteuren der freien Wirtschaft, Forschung und Beratung. Die Projektkoordination und Umsetzung wird durch den Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.  geleitet. Für das Projekt ist eine Laufzeit bis zum 30.06.2025 angesetzt.

Neben den agrarpolitischen und sozioökonomischen Faktoren haben sich insbesondere die pflanzenbaulichen Herausforderungen deutlich verschärft. Im Zuge des Klimawandels ist ein vermehrtes Auftreten von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern zu verzeichnen. Schadinsekten profitieren hierbei besonders, was den Druck auf den Zuckerrübenanbau weiter erhöht. Bisher ist davon auszugehen, dass in naher Zukunft nur mit dem Einsatz toleranter Sorten gegen einige Schädlinge und Krankheiten die Stabilisierung des Zuckerrübenanbaus gelingen kann.

Maßgebliches Ziel des Vorhabens ist es, gemeinsam mit Landwirten einen unabhängigen, wissenschaftlich-fundierten digitalen Sortenberater zu entwickeln, der auf die praktischen Bedürfnisse der Landwirte zugeschnitten ist. Durch die Nutzung toleranter Sorten kann der Pflanzenschutzmitteleinsatz verringert und der Zuckerrübenanbau dadurch nachhaltiger gestaltet werden. Die Verwendung eines größeren Sortenspektrums und die damit einhergehende Nutzung einer höheren genetischen Vielfalt tragen ebenfalls zur Stabilisierung der Erträge bei und fördern die Resilienz regionaler Agrarlandschaften vor biotischen und abiotischen Schadfaktoren. Hier können Sie unseren Sortenberater testen.

Zwei Vektor-Pathogen-Komplexe sind für uns besonders relevant. Blattläuse sind Vektoren für phytopathogene Vergilbungsviren. Durch ihre Saugtätigkeit sowie durch die Übertragung von Virenkrankheiten können erhebliche Ertragseinbußen entstehen. Ein weiterer Vektor-Pathogen-Komplex bildet die Schilf-Glasflügelzikade, welche den bakteriellen Erreger der neuartigen SBR-Krankheit (Syndrome de basses richesses – Syndrom der niedrigen Zuckergehalte) überträgt.

Neben den beiden genannten Vektor-Pathogen-Komplexen werden im Rahmen des Projektes SONAR ebenfalls Nematoden und Blattkrankheiten beleuchtet. Für eine Übersicht aller Krankheiten und Schädlinge im Zuckerrübenanbau empfehlen wir unseren Katalog für Krankheiten und Schädlinge aus unserem Vorgänger-Projekt NIKIZ.

In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft (ARGE Südwest) werden in SONAR ON-FARM-Sortenversuche durchgeführt. Mittels dieser Exaktversuche können Ertrags- und Qualitätsdaten einzelner Sorten erfasst und Rückschlüsse auf Toleranz- und Resistenzeigenschaften verschiedener Sorten gezogen werden. Ebenfalls kooperieren wir stark mit elf landwirtschaftlichen Betrieben, auf deren Flächen wir Streifenversuche zu Demonstrationszwecken durchführen. Über diesen Link können Sie die Standorte unserer Streifenversuche aufrufen und sich einen Überblick der eingesetzten Sorten verschaffen.

Unser Monitoring umfasst das Aufkommen von Blattläusen, Schilf-Glasflügelzikaden, Nematoden sowie Blattkrankheiten, dem SBR- und Virusbefall.

Durch das rechtzeitige Erkennen einer Befallssituation können geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Schäden einzugrenzen. Der Einsatz von Pestiziden und anderen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung ist sehr teuer! Durch das Monitoring kann der Einsatz solcher Mittel auf das notwendige Minimum reduziert und unnötige Kosten vermieden werden. Das Monitoring bietet dadurch die Möglichkeit, den Zuckerrübenanbau nachhaltiger zu gestalten. Insgesamt ist das Schädlings- und Krankheitsmonitoring wichtig, um Ernteschäden zu minimieren, Kosten zu reduzieren und Nachhaltigkeit zu fördern.

Für unser Blattläuse Monitoring werden im Frühjahr Fallen (Gelbschalen) aufgestellt und das erste Auftreten (Erstzuflug) an unseren Versuchsstandorten erfasst. Sobald die ersten Zuckerrüben auflaufen, wird auch direkt an den Pflanzen bonitiert und die Anzahl an Blattläusen sowie der Anteil befallener Pflanzen erfasst. Da Blattläuse Viruskrankheiten übertragen, werden ebenfalls Blattproben gezogen und diese im Labor auf Virusbefall untersucht.

Für unser Monitoring der Schilf-Glasflügelzikade werden Klebefallen (Leimtafeln) an verschiedenen Standorten aufgestellt und die Anzahl gefangener Zikaden ausgezählt. An unseren Standorten werden im Spätjahr ebenfalls symptomatische Zuckerrüben gezogen und die Proben im Labor auf SBR-Befall analysiert.

Für das Nematoden Monitoring müssen auf verschiedenen Flächen Bodenproben gezogen und anschließend im Labor analysiert werden. Die Ergebnisse unserer Monitorings werden visualisiert und in Form von Übersichtskarten dargestellt.

Mit unseren weit ausgedehnten Monitorings und den regional angelegten Versuchen möchten wir Ergebnisse und Erkenntnisse gewinnen, um das Krankheits- und Schädlingsmanagement unserer Landwirte durch eine wissenschaftlich fundierte Beratung zu verbessern.

Zwischen theoretischen Konzepten und praktischen Anwendungen gibt es meist eine große Kluft. Wissenschaftler und Forscher konzentrieren sich oft auf die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte, die in der Praxis zu umständlich oder schwierig umzusetzen sind. Um diese Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis zu überbrücken, versucht das Projekt SONAR eng mit Wissenschaftlern und Praktikern zusammenarbeiten, um einen Austausch von neuen Erkenntnissen und langjährigen Erfahrungen im Anbau zu ermöglichen. Eine Möglichkeit für diesen Wissenstransfer stellen unsere Feldrundgänge dar, die mehrmals jährlich stattfinden.

Unsere Arbeiten variieren je nach Jahreszeit. Über den Winter sind wir vermehrt mit der Planung und Vorstellung unserer Versuche sowie mit der Auswertung von Daten und der Erstellung von Berichten beschäftigt. Im Sommer ist das Team verstärkt in Bonituren und Erhebung von Daten eingespannt. Die Touren beginnen dann meist von unserem Sitz in Worms und können sich über das gesamte Verbandsgebiet erstrecken. (Zum Blog)

Auf unserer Verbandsseite sind alle Projekte aufgeführt.

NEMATODEN

bodenbürtiger Pflanzenschädling

Nematoden sind kleine, wurmartige Organismen, die im Boden leben und sich von den Wurzeln der Pflanzen ernähren. Sie können für Zuckerrüben besonders schädlich sein, da sie die Wurzeln erheblich schädigen, im dem sie die Fähigkeit der Pflanze Wasser und Nährstoffe aufzunehmen beeinträchtigen und ebenfalls die Anfälligkeit der Pflanze gegenüber Krankheiten erhöhen kann. Dies kann zu einem geringeren Wachstum und niedrigeren Erträgen bei Zuckerrüben führen.

NEMATODEN- ARTEN

spezialisiert auf Rüben

Es gibt mehrere Arten von Nematoden, die für Zuckerrüben als problematisch gelten, als besonders bedeutsam gilt die Zuckerrübenzystennematode (Heterodera schachtii), da sie die so genannte “Rübenmüdigkeit” verursachen kann. Diese tritt auf, wenn Rüben und andere Wirtspflanzen über mehrere Jahre auf derselben Fläche angebaut werden. Die Nematoden können kleine, runde Gallen (Zysten) an den Wurzeln der Zuckerrübenpflanze bilden. Innerhalb dieser Zysten können sich Hunderte von neuen Nematodeneiern befinden, welche dann ausschlüpfen und neue Pflanzen infizieren können, wodurch der Schadenskreislauf fortgesetzt wird. Die Rübenzystennematode ist in fast allen Zuckeranbauregionen verbreitet.

Symptome

  • Nesterweise Welke Erscheinung (mit Wassermangel verwechselbar)
  • Wachstumsdepression
  • Kleine weiße Zysten an Rübenwurzeln
  • Starke Bildung von Seitenwurzeln („Wurzelbart“)

Maßnahmen

  • Einsatz toleranter Sorten (Vermehrungsrate variiert je nach Sorte)
  • Nematodenresistente Zwischenfrüchte (Ölrettich- oder Senf)
  • Weite Fruchtfolge (mind. 3 Jahre)
  • Auf weitere Wirtspflanzen wie Raps verzichten

BLATTLÄUSE

saugender Überträger

Durch ihre Saugtätigkeit allein können Blattläuse Ertragseinbußen von bis zu 20 % verursachen. Von größerer Bedeutung ist allerdings die Übertragung von phytopathogenen Vergilbungsviren beim Saugen an den Zuckerrübenpflanzen. Innerhalb dieses Vektor-Pathogen-Komplexes ist die Viröse Vergilbung besonders bedeutsam, da sie zu enormen Ertragsverlusten von bis zu 50 % sowie Zuckergehaltsverluste von bis zu 2 % (absolut) führen kann.

SCHADBILD

explosionsartige Vermehrung

Sichtbar wird ein Befall mit Blattläusen durch ein verkümmertes Wachstum, Vergilbung, Verformung, Einrollen und Verwelken der Blätter. Die Saugtätigkeit und die Absonderung von Honigtau kann zur Bildung von schwarzen Rußtaupilzen auf den Blättern führen. Bleibt der Befall mit Blattläusen unkontrolliert, kann er den Ertrag und die Qualität der Zuckerrübenkulturen erheblich mindern und den Landwirten wirtschaftliche Verluste bescheren. Eine frühzeitige Erkennung und rechtzeitige Bekämpfungsmaßnahmen sind entscheidend, um erhebliche Schäden durch Blattläuse an Zuckerrüben zu verhindern.

Für die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) wurde eine Bekämpfungsschwelle von 30 % und für die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) eine Bekämpfungsschwelle von 10 % befallener Pflanzen definiert. Die kleinere Schwelle der Grünen Pfirsichblattlaus resultiert aus ihrer vergleichsweisen stärkeren Beladung mit Viren.

Arten-Beschreibung

Grüne Pfirsich-
blattlaus

Myzus persicae

1,8 – 2,5 mm große, runde Blattlaus, grün, gelbgrün oder blassrosa gefärbt. Fühler etwas kürzer als der Körper. Geflügelte Exemplare sind größer als die ungeflügelten Läuse. Geflügelte Blattläuse werden zwei Millimeter lang mit schwarzer Brust und schwarzem Kopf. Der Hinterleib ist olivgrün mit schwarzen Flecken.

Schwarze Bohnenlaus

Aphis fabae

1,3 – 3,1 mm große, runde Blattlaus, graugrüne bis mattschwarze Färbung. Fühler (halb so lang wie der Körper) und Beine sind hell mit dunklen Spitzen. Geflügelte Exemplare sind größer als die ungeflügelten Läuse.

Informationen

was Sie wissen müssen

  • Vergilbung der Blätter
  • Verkümmertes Wachstum
  • Verformung und Verwelken der Blätter
  • Honigtauausscheidung auf Blättern
  • Schwarzer Rußtaupilz auf den Blättern
  • Frühzeitige Erkennung und Überwachung von Blattlauspopulationen mit Fallen und regelmäßigem Monitoring
  • Biologische Bekämpfung durch natürliche Feinde wie Marienkäfer, Schlupfwespen und Florfliegen etc.
  • Kulturelle Bekämpfungsmethoden wie Fruchtfolge und Entfernung von Unkrautwirten
  • Chemische Bekämpfung mit Insektiziden, die jedoch mit Bedacht eingesetzt werden sollten, um den Schaden für Nützlinge und die Umwelt so gering wie möglich zu halten
  • Überdüngung mit Stickstoff vermeiden, die den Befall mit Blattläusen fördern kann
  • Anbau resistenter Zuckerrübensorten

 

Informationen zum Einsatz von Insektizide finden Sie in der Anbauinformation 2023 (S.24/25).

  • bis Juli: 10 % befallene Rüben
  • vor Reihenschluß: 30 % befallene Rüben
  • nach Reihenschluß: 50 % befallene Rüben
  • ab Mitte Juli: Nicht mehr bekämpfungswürdig, da in der Regel natürliches Zusammenbrechen der Population, z. B. durch parasitierende Marienkäferlarven

SBR & Schilf-Glasflügel-
zikade

Süddeutschland als Hotspot

Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridus leporinus) ist eine in Europa und Deutschland heimische Art, welche das SBR-Bakterium bzw. -Phytoplasmen übertragt und dadurch die Krankheit „Syndrome des Basses Richesses“, kurz SBR verursacht. Bei Befall ist mit Zuckergehaltsverlusten von bis zu 5% (absolut) und mit einer Reduktion der Frischmasse von bis zu 25% zu rechnen. Insgesamt ist dabei eine Ertragsminderung um bis zu 50% möglich.

Lebenszyklus Schilf-Glasflügelzikade

Im Juni wandern adulte Zikaden aus und fliegen in Zuckerrüben bzw. Kartoffelbestände und beginnen mit ihrer Eiablage. Anschließend schlüpfen die Nymphen an den Pflanzen und ernähren sich an deren Wurzeln. Auch wenn die ersten Frühkartoffeln bereits im Juni geerntet werden, lassen sich späte Sorten noch bis in den Oktober ernten. Die Zuckerrübenernte beginnt meist Mitte September und kann bis in den Dezember hinein andauern. In Phasen mit ungünstigen Ernährungsbedingungen können die bereits weiter entwickelten Nymphen in eine Diapause fallen. Häufig wird nach Zuckerrüben Winterweizen ausgesät, an dessen Wurzeln die Nymphen sich daraufhin ernähren können und ihren Entwicklungszyklus fortsetzen. Im Folgejahr kann eine neue Population an Zikaden aus dem Winterweizen ausfliegen.

WISSENS-
STAND

komplex und Anpassungsfähig

Bekämpfungsmöglichkeiten gibt es bisher keine, auch Insektizide zeigen bisher keine ausreichende Wirkung gegen die unempfindlichen Zikaden. Um die Ertragsverluste zu minimieren, spielt die Sortenwahl eine entscheidende Rolle. Durch die zunehmende Verbreitung von SBR im Verbandsgebiet rücken die unter SBR ertragsstarken Sorten weiter in den Vordergrund. In der Sortentestung 2022 zeigte ein Stamm auch unter schwerstem Befall hervorragende Leistungen. Der Stamm wurde im Jahr 2023 als neue Sorte mit dem Namen Brabanter zugelassen. Die erhofften Erträge konnte die Sorte im Jahr 2023 allerdings nicht realisieren. Grund hierfür war die erstmalige großflächige Verbreitung des Erregers Candidatus Phytoplasma solani, allg. Stolbur-Phytoplasma genannt, welcher ebenfalls über die Schilf-Glasflügelzikade übertragen wird. Sichtbar wird ein solcher Befall durch Vergilbungen, hängende- und welkende Blätter sowie ein gummiartiger Rübenkörper.

Symptome

  • Vergilbte äußere Blätter
  • Lanzettenförmige und aufgehellte juvenile Blätter
  • Verbräunte Leitbündel (nekrotische Furchen)

Maßnahmen

  • Bekämpfung bisher nicht möglich
  • Sorten mit ausgeprägter SBR-Toleranz in der Testung
  • Fruchtfolge mit Winterweizen ist wahrscheinlich befallsfördernd

CERCOSPORA

wichtigste Blattkrankheit

Die Cercospora-Blattfleckenkrankheit wird durch den pilzlichen Erreger Cercospora beticola verursacht. Durch die effektive Minderung der Assimilationsfläche und durch die verstärkte Blattneubildung sowie ein damit einhergehender hoher Assimilat Verbrauch, kann Cercospora zu einer erheblichen Reduktion des Rübenertrags und Zuckergehalts führen. Die Krankheit ist besonders in warmen und niederschlagsreichen Gebieten verbreitet.

ABLAUF

der Krankheit

Die Symptome der Krankheit beginnen als kleine, graugrüne Flecken auf den Blättern, die sich schließlich in größere, dunkelbraune Läsionen mit gelben Lichthöfen verwandeln. Schwere Infektionen können zu Entlaubung, reduziertem Zuckergehalt in den Rübenwurzeln und Ertragseinbußen führen. Auch wird die Qualität der Rüben durch höhere Standard-Melasse-Verluste gemindert. Grund hierfür ist ein Anstieg der Melassebildner Kalium, Natrium und α-Amino-Stickstoff. Es können BZE-Verluste von 5% bis 15% entstehen.

Die Bekämpfung der Cercospora-Blattfleckenkrankheit umfasst in der Regel eine Kombination von Anbaupraktiken wie Fruchtwechsel, Hygiene und die Verwendung resistenter Sorten sowie den Einsatz von Fungiziden. Eine frühzeitige Erkennung und rechtzeitige Bekämpfungsmaßnahmen sind entscheidend, um die Auswirkungen der Krankheit auf die Zuckerrübenproduktion zu minimieren.

Informationen

was Sie wissen müssen

  • Kleine rundliche, graue bis hellbraune Blattflecken mit rot-braunem Rand auf Blattspreite (2-5 mm Durchmesser)
  • Befall älterer Blätter, juvenile Blätter bleiben befallsfrei
  • Graue Pilzsporen bzw. -Myzel als schwarze Punkte mittig auf Läsionsflecken sichtbar
  • Bei fortschreitendem Befall gehen die Blattflecken ineinander über bis hin zum Absterben des Blattes
  • Neubildung des Blattapparates
  • Einsatz resistenter/toleranter Sorten
  • Einsatz von Fungiziden bei frühem Befallsbeginn
  • Fruchtwechsel (möglichst weite Fruchtfolge)
  • Einarbeitung von Blattresten

Zufällige Entnahme von 100 Blättern aus der Mitte des Blattapparates:

  • bis zum 31.07: 5% der Blätter zeigen mindestens einen Befallsfleck
  • bis zum 15.08: 15% der Blätter zeigen mindestens einen Befallsfleck
  • ab den 15.08: 45% der Blätter zeigen mindestens einen Befallsfleck

 

Informationen zum Einsatz zu Fungiziden finden Sie in der Anbauinformation 2023. (S.37/38)

VIRUS-
KRANKHEITEN

Beschreibung

Die für den Zuckerrübenanbau relevanten Viren werden durch saugende Blattläuse übertragen. Dieser Vektor-Pathogen-Komplex besteht aus verschiedenen Virusspezies (Beet yellows virus (BYV), Beet mild yellowing virus (BMYV), Beet chlorosis virus (BChV) und Beet mosaic virus (BtMV)) welche hauptsächlich durch die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) und in geringerem Umfang von der Schwarzen Bohnenblattlaus (Aphis fabae) übertragen werden.

FOLGEN

ein Überblick

Die Viröse Vergilbung zählt insbesondere durch die enormen Ertragsverluste von bis zu 50 % und Zuckergehaltsverluste bis 2 % (absolut) zu einer der bedeutendsten Krankheiten im Zuckerrübenanbau. Die Befallsstärke variiert in Abhängigkeit des Blattlausauftretens, den klimatischen Bedingungen während der Winterperiode sowie nach dem Infektionszeitpunkt. Bei einer frühen Infektion kommt es zu starken Ertragsverlusten; bei einer sehr späten Infektion treten zwar Symptome auf, jedoch gibt es kaum Ertragseinbußen.

Der Befall tritt zunächst nesterweise auf und breitet sich anschließend über den gesamten Schlag aus. Seit dem Wegfall der neonicotinoiden Beize erfolgt eine Bekämpfung der Virusvektoren über Insektizide. Um Resistenzprobleme zu mindern, ist es notwendig, passende Sorten zu selektieren. Allerdings stehen dem praktischen Anbau aktuell keine Zuckerrübensorten mit Resistenz- oder Toleranzeigenschaften zur Verfügung.

Symptome

  • Mosaikartige oder ringfleckige Muster auf den Blättern
  • Gelbwerden des Laubes oder der Blattadern
  • Verkümmerungen, Missbildungen und Wachstumsstörungen
  • Vorzeitiges Absterben

Maßnahmen

  • Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich. Es können lediglich die Virusvektoren (Grüne Pfirsichblattlaus und die Schwarze Bohnenblattlaus) bekämpft werden

Summe Schilf-Glasflügelzikaden pro Standort
08.05.2023 - 08.10.2023

Schilf-Glasflügelzikade Monitoring 2023

08.10.2023

An 19 Standorten wurde das Auftreten der Schilf-Glasflügelzikaden (SGFZ) erfasst und dokumentiert. Dazu wurden verschiedene Standorte aus dem Verbandsgebiet herangezogen. An jedem Standort wurden drei Leimtafeln in verschiedenen Abständen zum Feldrand aufgestellt und ab Kalenderwoche (KW) 19 regelmäßig geprüft. Im Jahr 2023 konnte bisher an allen Standorten das Auftreten der SGFZ festgestellt werden. Bis zur KW 24 wurden in Nordheim, einem Ortsteil der Gemeinde Biblis, die deutlich höchste Anzahl an Zikaden gefangen. Im Jahr 2022 erwies sich noch der Standort bei Worms-Ibersheim als Hotspot.